Muri bei Bern legt nahezu ausgeglichenes Budget 2027 vor und bereitet sich vor auf Jahrzehnt mit hohen Investitionen
Der Gemeinderat von Muri bei Bern legt dem Parlament ein nahezu ausgeglichenes Budget 2027 bei unveränderter Steueranlage vor. Damit steht der laufende Gemeindehaushalt auf einer soliden Grundlage. Die längerfristige Herausforderung ist der Investitionsstau, der sich über die letzten zwanzig Jahre aufgebaut hat. Um die nötigen Sanierungen zu ermöglichen und die entsprechend stark ansteigende Verschuldung zu begrenzen, hat der Gemeinderat Massnahmen eingeleitet.
Nahezu ausgeglichenes Budget bei unveränderter Steueranlage
Das Budget 2027 sieht im Gesamthaushalt bei einem Gesamtaufwand von rund 89 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 300'000 Franken vor. Die laufenden Aufwendungen sind damit weitgehend durch die Erträge gedeckt. Der Gemeinderat beantragt, die Steueranlage bei 1,14 zu belassen. Muri bei Bern bleibt damit eine der steuergünstigsten Gemeinden des Kantons.
Für die längerfristige Entwicklung ist entscheidend, wie die Gemeinde ihre Infrastruktur erhalten und erneuern kann. Die Finanzplanung macht deutlich, dass dafür in den kommenden Jahren wesentlich mehr Mittel benötigt werden als bisher. Damit steht Muri vor einer Herausforderung, die viele Berner Gemeinden betrifft: Zahlreiche öffentliche Gebäude und Anlagen müssen in den nächsten Jahren saniert werden.
Investitionsstau bei gemeindeeigenen Liegenschaften
Zwischen 2005 und 2025 investierte die Gemeinde jährlich durchschnittlich rund 6 Millionen Franken. Über diesen Zeitraum hat sich ein erheblicher Sanierungsbedarf aufgestaut, den sie nun schrittweise bewältigen muss. So sind in der Periode von 2026 bis 2036 umfassende Sanierungen von jährlich durchschnittlich 12,5 Millionen Franken nötig, sprich insgesamt rund 137 Millionen Franken. Viele Schulhäuser, Sportanlagen oder das Muribad stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Nach jahrzehntelanger Nutzung stehen umfassende Erneuerungen an. Bei mehreren ist der Zeitpunkt dafür bereits erreicht oder überschritten. Ein weiteres Aufschieben erhöht das Risiko von Betriebseinschränkungen und verteuert erfahrungsgemäss die Sanierungen langfristig.
Angesichts der Höhe der anstehenden Investitionen präsentiert die Gemeinde erstmals eine Finanzplanung über zehn statt fünf Jahre. Dieser längere Blick zeigt den über Jahre entstandenen Bedarf und schafft die Grundlage, die anstehenden Vorhaben zu planen und frühzeitig aufeinander abzustimmen.
Sanierungen angehen und ansteigende Verschuldung begrenzen
Die Gemeinde kann die geplanten Investitionen nur zu einem kleinen Teil aus eigenen Mitteln finanzieren. Ohne Gegenmassnahmen würden die langfristigen Schulden von heute 51 Millionen bis 2036 auf rund 123 Millionen Franken steigen. Dieser Anstieg der Verschuldung liegt deutlich über der angestrebten Verschuldungsbandbreite und erfordert aus Sicht des Gemeinderats vertiefte Abklärungen und Massnahmen. Diese erlauben es, die nötigen Sanierungen durchzuführen und gleichzeitig die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu erhalten.
«Wir bauen heute den Investitionsstau der letzten zwanzig Jahre ab», sagt Gemeindepräsident Jan Köbeli. «Der Gemeinderat möchte dieser Aufgabe vorerst mit der gleichbleibenden Steueranlage begegnen und leitet konkrete Massnahmen ein, um der Schuldenentwicklung gegenzusteuern. Viele Sanierungen dulden nun keinen Aufschub mehr, da sonst einzelne technische Anlagen oder Gebäudeteile ausfallen könnten.»
Der Gemeinderat begegnet dieser Entwicklung mit einer bereits gestarteten Zustandsanalyse der gemeindeeigenen Gebäude. Sie schafft die Grundlage dafür, den Sanierungsbedarf besser abzuschätzen, die anstehenden Projekte zeitlich besser zu planen und aufeinander abzustimmen. Darüber hinaus hat der Gemeinderat eine Überprüfung der Gemeindeaufgaben sowie die Erarbeitung einer Finanzierungsstrategie beschlossen.
Budgetentscheid im Oktober
Der Gemeinderat informiert die Mitglieder des Parlaments noch vor der nächsten Parlamentssitzung an einer ausserordentlichen Informationsveranstaltung über das Budget 2027 und die Finanzplanung. Am 20. Oktober 2026 entscheidet das Parlament abschliessend über das Budget 2027 und nimmt Investitions- und Finanzplanung zur Kenntnis.
Muri bei Bern, 1. Oktober 2026
Der Gemeinderat