Inhalt - Hoch hinaus im Zentrum von Gümligen

  • Februar 11, 2019

Hoch hinaus im Zentrum von Gümligen

Gümligens Zentrumsentwicklung erhält einen ersten Schub: Die HRS Real Estate AG und die Gemeinde Muri b. B. planen beim Kreisel Moosstrasse ein Hochhaus, das im Zentrum von Gümligen einen markanten Akzent setzen könnte. Im Frühling startet ein Architekturwettbewerb. Das Projekt setzt voraus, dass die Gemeinde eine Parzelle verkauft.

Das Gebiet westlich des Bahnhofs Gümligen (Lischenmoos) ist das grösste und bedeutendste Entwicklungsgebiet der Gemeinde Muri b. Bern. Hier lässt sich ein beträchtlicher Teil jener Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung realisieren, wie sie die Gemeinde im räumlichen Leitbild als Ziel festgelegt hat. Mit der Testplanung 2017 und dem städtebaulichen Masterplan 2018 wurden die Voraussetzungen geschaffen, das heute extensiv genutzte Gewerbegebiet in eine Zone mit gemischter Wohn- und Arbeitsnutzung transformieren zu können. Voraussetzung für diese Entwicklung ist, dass die verschiedenen privaten Grundeigentümer mitmachen.

Projekt mit Signalcharakter
Jetzt kündigt sich der erste Umsetzungsschritt an: Auf dem Baufeld A1, direkt neben dem Kreisel Moosstrasse und südlich des Bahnhofs von Gümligen, ist der Bau eines Hochhauses im Gespräch. Die besondere Chance besteht darin, dass die Gemeinde eine Liegenschaft freispielen und an einen privaten Grundeigentümer verkaufen kann, der eine rasche bauliche Realisierung im Sinne des Masterplans anstrebt. Das geplante Hochhaus, das bereits in der Testplanung angedacht worden ist, verspricht ein attraktives Merkmal für Gümligen zu werden. Vor allem stellt es ein kräftiges Signal für die gesamte Zentrumsentwicklung dar.

Architekturwettbewerb startet im April
Beim privaten Grundeigentümer im Baufeld A1 handelt es sich um die Firma HRS Real Estate AG aus Frauenfeld, die in Gümligen eine Niederlassung betreibt. Die dazu gehörige HRS Investment AG besitzt bereits seit elf Jahren einen Teil dieses Baufelds und ist am Kauf des anderen Teils interessiert, der derzeit noch in Gemeindebesitz ist. Mit dem Verkauf der gemeindeeigenen Parzelle an HRS Investment AG würde ein Grundstück zur Verfügung stehen, das eine Überbauung zulässt, die den städtebaulichen Qualitätskriterien des Masterplans entspricht. Um diese Qualität zu sichern, haben sich die HRS Real Estate AG und die Gemeinde für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs entschieden. Dieser startet im April und wird im Herbst 2019 abgeschlossen sein. Wie schon in der Testplanung werden in den Wettbewerbsprozess neben der Gemeinde auch Vertretungen aus dem Quartier und die Grundeigentümer der Nachbarparzellen einbezogen.

Über den Landhandel entscheidet das Parlament
Die Gemeinde profitiert von der privaten Initiative in doppelter Weise: Einerseits würde die rasche Realisierung eines Hochhauses einen wegweisenden Auftakt für die Zentrumsentwicklung bedeuten. Es wäre ein starkes Signal an alle Grundeigentümer im Lischenmoos. Andererseits könnte die Gemeinde den Verkaufserlös aus dem Landgeschäft für die Weiterentwicklung des Zentrumgebiets einsetzen. Der Verkauf der Parzelle im Baufeld A1 liegt in der Kompetenz des Parlaments, das an seiner nächsten Sitzung über das Geschäft befinden wird. Der Entscheid unterliegt dem fakultativen Referendum.

Was passiert mit der Kinder- und Jugendfachstelle?
Für die Kinder- und Jugendfachstelle muss ein Ersatzstandort gefunden werden. Diese ist heute in dem alten Haus neben dem Mooskreisel eingemietet, das der Hochhaus-Überbauung weichen müsste.

Zentrumsplatz folgt später
Der Architekturwettbewerb konzentriert sich auf das Baufeld A1. In einen erweiterten «Ideenperimeter» soll aber auch der Zentrumsplatz einbezogen werden. Die teilnehmenden Teams werden sich Gedanken machen, wie eine Gesamtsituation um den Kreisel Moosstrasse aussehen könnte. Die Ideen werden in ein partizipatives Verfahren einfliessen, das nach dem Architekturwettbewerb für die weitere Planung des Zentrumsplatzes gestartet werden soll.

Detaillierte Informationen

Muri bei Bern, 11. Februar 2019
GEMEINDERAT MURI BEI BERN