Inhalt - Petition "Kinderfreundliche Gemeinde Muri bei Bern"

  • Juni 24, 2015

Petition "Kinderfreundliche Gemeinde Muri bei Bern"

Kinderfreundlich - auch ohne UNICEF-Label

Soll Muri bei Bern die UNICEF-Auszeichnung "Kinderfreundliche Gemeinde" anstreben, wie dies eine im Herbst 2013 eingereichte Petition fordert? Mit Verweis auf die breite Palette bereits bestehender kinderfreundlicher Angebote und Aktivitäten kommt der Gemeinderat jetzt zum Schluss, dass der Antrag abzulehnen sei und stattdessen konkrete Projekte zugunsten von Kinder und Jugendlichen weitergeführt oder geschaffen werden sollen.

Die Verantwortlichen haben sich die Antwort auf die von einer Privatperson eingereichten Petition nicht leicht gemacht: So hat der Gemeinderat als Reaktion auf die Petition bei der Abteilung "Soziale Dienste" eine Standortbestimmung in Auftrag gegeben, die aufzeigt, wo und wie die Gemeinde bereits kinder- und jugendfreundliche Aktivitäten in Gang gesetzt hat respektive in nächster Zukunft plant. Die Gegenüberstellung des bestehenden Angebots mit den Anforderungen des UNICEF-Labels stellt der Gemeinde ein grundsätzlich gutes Zeugnis aus: In den zehn untersuchten Bereichen (von Verwaltung/Politik über die Angebote auf verschiedenen Schulstufen bis zu Gesundheit, Freizeit und Wohnen) orten die Behörden zwar ein paar Lücken, aber auch etliche Angebote, welche die UNICEF-Anforderungen bereits heute übertreffen. Stichworte sind etwa das bestehende "Leitbild für eine kinder- und jugendgerechte Politik", das Projekt "Primokiz" für den Vorschulbereich, die Schulsozialarbeit oder die "Offene Kinder- und Jugendarbeit" (OKJA).

Innerhalb der Gemeinde wird die Koordination dieser Angebote durch die Fachstelle für Kinder- und Jugendfragen wahrgenommen. Diese Fachstelle ist denn in ihrer Mehrheit auch zum Schluss gekommen, dass mit dem vorhandenen Leitbild bereits eine verbindliche Verpflichtung für eine kinder- und jugendgerechte Politik vorliegt. Auch ohne Label bestünden damit in Muri-Gümligen die Voraussetzungen, sich mit der Situation von Kindern und Jugendlichen bewusst auseinanderzusetzen und die Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene schrittweise zu realisieren. Die Fachstelle regt an, den Aufwand besser direkt in bestehende und geplante Projekte zu investieren als in die Erreichung des UNICEF-Labels.

 

Hintergrundinfo:

Die UNICEF-Initiative "Kinderfreundliche Gemeinde" …
… hat zum Ziel, die Umsetzung der Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene zu unterstützen. Sie fördert gezielt Prozesse zur Steigerung der Kinderfreundlichkeit und vergibt das gleichnamige Label. Die UN- Kinderrechtskonvention legt die Rechte der Kinder fest. Sie ist das erfolgreichste und am häufigsten ratifizierte völkerrechtliche Übereinkommen.